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Warum brauchen wir "Resilienz"

Was ist Resilienz genau und warum ist eine gute Resilienz wichtig?


In diesem Beitrag möchte ich genauer auf diese Fragen eingehen.


In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit meinem Nervensystem beschäftigt und erkannt, wie es funktioniert. Es ist eine faszinierende Entdeckungsreise auf dem Weg zu mir selbst. Es fühlt sich an wie eine weitere Schicht, die ich erkunden kann, um mich besser zu verstehen und mich im Alltag gut zu begleiten.


Ein reguliertes Nervensystem ist im täglichen Leben sehr wichtig, da das Leben zwangsläufig Herausforderungen mit sich bringt, unabhängig davon, wie positiv wir unterwegs sind. Hier kommt die Resilienz ins Spiel.


Es geht im Grunde darum, wie gut du mit stressigen Situationen umgehen kannst. Wie sehr bist du bei dir? Wie reagierst du in stressigen Momenten?


Reagierst du schnell und wirst wütend, kannst aber nur weinen? Oder spürst du, wie sich alles zusammenzieht, die Luft knapp wird und sich ein Kloß im Hals bildet?


Beobachte dich liebevoll, es geht nicht darum, dein Verhalten zu bewerten, sondern es zu erkennen. So kannst du feststellen, welches Muster in deinem System aktiviert wird.


Deine Fähigkeit zur Resilienz kommt in diesen Momenten zum Einsatz. Wie gut kannst du dich in solchen Situationen selbst regulieren, einen klaren Kopf bewahren, dich von deinen Emotionen distanzieren und handlungsfähig bleiben?


Es ist wichtig zu betonen, dass es nicht darum geht, dauerhaften Stress, sei es privat oder beruflich, auszuhalten. Es geht vielmehr darum, Stress und "Trigger" zu erkennen, um einen gesunden Umgang damit zu erlernen.


Deine Resilienzfähigkeit hängt stark von deinen persönlichen Prägungen und Lebenserfahrungen ab. Diese beginnen bereits vor deiner Geburt. Was hat deine Mutter während ihrer Schwangerschaft erlebt, wie wurdest du geboren und welche

Co-Regulation hast du erfahren? All diese frühen Erfahrungen haben bereits Einfluss auf dein Nervensystem und deine Resilienz.


Du siehst, auf vieles hattest du bisher wenig Einfluss. Doch heute kannst du Einfluss nehmen und etwas ändern. Alle Erfahrungen prägen uns, unser Verhalten, unsere Glaubenssätze und Werte. Das Erlebte wird im Nervensystem gespeichert, unabhängig davon, ob wir uns rational an eine Situation erinnern können oder nicht.


Ich möchte dir ein Beispiel aus meiner Schulzeit geben, um zu zeigen, wie unser Körpergedächtnis funktioniert.


Sicher erinnerst du dich noch an Spiele wie Völkerball, Brennball, Basketball, Fußball, Federball ... In dieser Zeit habe ich bei all diesen Sportarten aus unerklärlichen Gründen den Ball ins Gesicht bekommen. Das war keine angenehme Erfahrung, besonders als Brillenträgerin. Heute ist es für mich eine lustige Geschichte und dient als schöne Metapher für diesen Beitrag.


Als mein Mann und ich neulich in Grömitz an der Promenade spazieren gegangen sind, sah ich bereits von weiten, das zwei Junges mit einem Fußball spielten. Mein Nervensystem war da schon sehr angespannt und suchte nach alternativ Routen und wo ich in Deckung gehen konnte. Ich merkte wie meine Gedanken kreisten und ich mich fragte: "Wo sind den nur die Eltern, warum spielen die zwei gerade hier, wo so viele Menschen langgehen." Wir gingen weiter und ich höre wie der Ball auf die Mauer prallte, in dem Moment zuckte ich zusammen, klammerte mich an den Arm meines Mannes und schloss zu Augen. - Durchatmen, alles ist gut.


Mit meiner Geschichte möchte ich dir sagen unser Körper erinnert sich, immer.

Wir wissen, dass alles in Ordnung ist, können aber in bestimmten Situationen nicht anders handeln. Unser System schaltet auf Autopilot, wir gehen in den "Kampf", "Flucht" oder "Erstarren" Modus und reagieren.


Vielleicht ist dir aufgefallen, dass das Worte wie "Beruhige dich" in äußerst stressigen Momenten genau das Gegenteil bewirkt und du dich nicht einfach beruhigen kannst. Das liegt daran, dass wir in diesem Moment nicht mehr rational denken können. Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, uns zu schützen. Sobald "Gefahr" droht, wird ein Muster abgespielt.


Und das ist gut so. Du solltest diese Fähigkeit nicht unterschätzen. Oft möchten wir negative Glaubenssätze und Muster einfach loswerden, auflösen oder zerstören.


Aber diese Muster haben dich bisher geschützt. In Situationen, in denen es zu viel war, hat dein System entschieden, dass es genug ist. Dadurch entstand ein Verhaltensmuster oder ein bestimmter Glaubenssatz.


Sei dankbar für dein System und erkenne diese intelligente Reaktion an. Dein Körper ist klug, und aus diesem Grund solltest du ihn immer wieder in deine Prozesse einbeziehen, wenn du dich weiterentwickeln möchtest.


Möchtest du deine destruktiven Verhaltensweisen und Glaubenssätze verändern und deine Resilienz stärken, dann fange bei deinem Körper an. Lenke deine Aufmerksamkeit vom Verstand in den Körper. Es geht zunächst darum zu erkennen, wahrzunehmen und ins Fühlen zu kommen. Dein Körper darf neue Erfahrungen machen, damit dein System, dein Unterbewusstsein lernt, dass es heute "sicher" ist und damit umgehen kann.


Mit der Zeit trainierst du so deine Resilienzfähigkeit. Je mehr neue Erfahrungen du machst, desto besser kannst du dich selbst regulieren und mit herausfordernden Zeiten umgehen.


 

Du möchtest dich auf deiner Reise von mit im 1:1 Coaching begleiten lassen, dann schreibe mir gerne über mein Kontaktformular oder buche dir ein unverbindliches Orientierungsgespräch. Du wirst in allen Räumen von mir Körperorientiert und Nervensystemfreundlich begleitet.


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